Wider das Speedgolf

Gähn: Fast jeder Chefredakteur eines Golfmagazins schreibt in seinem Editorial einmal im Jahr über die Verrohung der Sitten. Diese 21 Regeln sind nicht zum Gähnen.

Die Entdeckung der Langsamkeit
von Mike McFadden

  1. Die erste Regel ist gleichsam der kategorische Imperativ des Golfspiels. Verhalte dich wie auf der Autobahn: Lass dich auf keinen Fall überholen - egal wie langsam du bist oder wie schnell die Nachfolger.
  2. Golfbälle sind teuer: Suchet und ihr werdet finden.
  3. Bleibe optimistisch: Schlage deshalb keine provisorischen Bälle. Das wäre ein Zeichen von negativem Denken und das erbärmliche Eingeständnis einer Niederlage. Sollte doch einmal ein Ball verloren gehen, verstoße keinesfalls gegen den kategorischen Imperativ.
  4. Regeln sind wichtig: Alle Regelfragen sollten vor Ort gründlich diskutiert werden.
  5. Bleibe am Loch stehen und gehe gedanklich nochmals jeden deiner Schläge und die der Mitspieler durch. Zweifelsfälle sollten mit den Mitspielern besprochen werden.
  6. Der Stand sämtlicher Wetten sollte noch auf dem Grün verkündet werden. Lass dich bei dieser verantwortungsvollen Aufgabe nicht unter Zeitdruck setzen.
  7. Amateure putten in der Regel übereilt, weil sie das Grün nur von zwei Seiten lesen. Du wirst diesen Fehler nicht machen und die Linie von allen Seiten betrachten. Wenn du unsicher bist, beginnst du sicherheitshalber noch einmal von vorne.
  8. Golf ist ein Spiel, bei dem es auf Zentimeter ankommt. Man kann sich keinesfalls auf Platzmarkierungen verlassen. Ergo läufst du am besten jeden Schlag ab. Dabei solltest du deinen Schritt keinesfalls beschleunigen, weil sonst die Schrittlänge nicht mehr stimmt.
  9. Wir alle benötigen Hilfe auf dem Platz: Versäume daher nie, deinem Partner eine Unterrichtsstunde auf dem Platz zu geben.
  10. Bei Stableford-Turnieren solltest du keinesfalls den Ball aufheben. Durch Trainingsschläge erhöhst du nämlich deine Chance auf Punkte am nächsten Loch.
  11. Spiele in Trainingsrunden immer von den hinteren Abschlägen: da wo auch Bernhard Langer und Tiger Woods aufteen.
  12. Die richtige Ernährung ist beim Golf die halbe Miete: Du solltest deshalb immer am zehnten Loch zu Mittag essen. Aber nicht vergessen: Halte dich an den kategorischen Imperativ!
  13. Mache viele Probeschwünge und schwinge niemals, bevor Du nicht absolut sicher bist, dass der folgende Schlag eine Granate wird.
  14. Nutze immer deinen Mulligan. Du kannst auch mehrere nehmen. Aber verlasse nie den Abschlag, bevor du mit deinem Drive nicht 100-prozentig zufrieden bist. Wichtig ist auch, dass du wirklich den Driver benutzt. Mit Fairway-Hölzern oder gar mit Eisen schlagen nur Memmen ab.
  15. Die Fitness ist beim Golf spielentscheidend: Trainiere daher deine Grundlagenausdauer, indem du deine Tasche am Grün immer auf die dem nächsten Abschlag abgewandte Seite stellst.
  16. Equipment ist teuer: Um zu vermeiden, dass du Schläger verlierst, solltest du immer nur einen Knüppel aus dem Bag nehmen. Wenn Du einen Pitch zum Grün machst, gehe danach zurück zur Tasche und hole den Putter. Wenn du doch einmal einen Schläger verlierst, gehe zurück und suche ihn, aber beachte dabei Regel Nummer 1.
  17. Spiele niemals außerhalb der Reihenfolge. Messe immer wessen Ball am weitesten von der Fahne entfernt liegt. Vielleicht erzielst du dadurch einen Vorteil!?
  18. Konzentration ist alles: Wenn die Konzentration verloren zu gehen droht, versuche es mit Angeln. Der Zubehör-Markt bietet dazu Ball-Angeln in allen Preislagen. Schon nach 50 bis 60 Bällen macht sich so ein praktisches Gerät bezahlt. Der Zugewinn an Ruhe ist ohnehin unbezahlbar. Dass der kategorische Imperativ beim Angeln nicht außer Kraft gesetzt wird, benötigt keine besondere Erwähnung.
  19. Verfolge Deinen Ball bis zum Schluss, wenn er schnurgerade auf die Bahn fliegt. Verharre dabei so lange in der Endposition bis der Ball sich nicht mehr bewegt. Fliegt der Ball ins Rough, wendest du dich verärgert ab, um deinen Missmut auszudrücken. Irgendjemand aus deinem Flight wird den Ball schon finden. Wozu hat man schließlich Mitspieler?
  20. Wenn Du einen Putt nicht lochst, übe ihn anschließend so lange, bis du ihn sicher lochst.
  21. Golf ist nicht alles: Nimm Dir Zeit und genieße die Landschaft zwischen den Schlägen und zwischen den Löchern.

2 Kommentare

1 Jochen Kopp { 07.15.12 at 11:03 }

Auf den Punkt gebracht ! Nur wenn Du alle 21 Regeln beachtest, wirst das erhebende Gefühl erleben, ganz allein auf dem Platz zu sein.
Du darfst nur nicht zurückschauen.

2 Ana Agle { 03.18.14 at 18:41 }

Gratuliere….. fragt sich nur, ob die Golfer die damit gemeint sind, diese 21.Regeln auch lesen?!

Kommentar verfassen

Schrift kleiner Schrift Standard Schrift gr��er

Fitting bei Mike McFadden

 

 

 

 

Die DVDs von Oliver Heuler:

 

Golfvideos von Oliver Heuler

 

Texter Eberhard Kohlhas