Golfforums-Gedicht

Ein Gedicht in 204 Strophen. Jeden Tag folgt eine weitere Strophe bis zum Golfforum Invitational.

Von Susanne Landskron

Es ist der Mensch, solang er lebt,
Ein Wesen, das nach Höh’rem strebt.
Nach diesem Muster ist gewebt
Ein Golfer auch mit Sicherheit,
Was führt zu mancher Heiterkeit.

Dem Golfer ist der schönste Brauch
Zu reden übers Golfen auch.
Heut’ tut das niemand mehr mit Rauch;
Es gibt da ein modern’ Gerät,
Bei jedem auf dem Schreibtisch steht.

In diesen uns’ren neuen Zeiten,
Da scheinen nahe alle Weiten.
Und nutzt er die Gelegenheiten,
So kommt der Golfer hier herein:
Im Forum darf er Golfer sein!

Hier wird geredet, wird geschmunzelt,
Auch wird gar manche Stirn gerunzelt.
Zuweilen bis die Frühe lunzelt,
Sieht man den Administrator,
Der wacht im Forum mit Humor.

Das Forum war für Pros gemacht,
Doch wurde auch der Ams gedacht.
So hat der Heuler sanft entfacht
Der Golfer Redeleidenschaft,
Die schnell sich trug von eigner Kraft.

Die Themen? Nun, sind golfbezogen,
Sind inhaltlich fein abgewogen.
Zuweilen auch in Spott gebogen,
Verlangt dies Lesen doch Humor,
Denn auch Kritik kommt häufig vor.

Ein jeder schreibt, so gut er kann,
Vor allen muss bestehn er dann.
Was da so manch Autor ersann
Ist Grund für große Heiterkeit
Und führt auch mal zu großem Streit.

Ich sage hier, so ist das eben,
Es gibt das Auf und Ab im Leben.
Doch ist uns stets die Wahl gegeben,
Das Leben mit Humor zu nehmen,
Anstatt zu wüten ob der Hämen.

So wuchsen fremde Leut’ zusammen,
Obwohl aus aller Welt sie stammen.
Und niemand möchte Golf verdammen,
Auch wenn so mancher ständig flucht,
Weil er nicht gerne Bälle sucht.

Sie stimmten baldig überein,
Ein Forum dieser Art ist fein.
Sie plauderten, tagaus, tagein,
Wegs Schlägern, Regeln, Golferei
Und ständig kamen mehr herbei.

4 unter Par – ist ohne Namen? –
Da kannte Jigger kein Erbarmen.
Er bat flugs alle Leut’ die kamen,
Dass einen Namen sie erdenken.
Ein Golfspiel wollt als Preis er schenken.

Das war ein Suchen und ein Sieben
Bis dann zwei Namen übrig blieben.
Da Golfer scheinbar Vögel lieben,
War klar: Auch dieses Tier muss fliegen.
Wird Phönix, oder Dragon siegen?

Nicht lang verbarg sich der Golfwelt
Die Suche, wie sich herausstellt’.
Dass HIER bald ’ne Entscheidung fällt,
Gab das Golfmagazin bekannt.
Der Arnd im Jänner-Druck es fand.

Dann war da auch noch Egon Stengl,
Der benahm sich nicht grad wie’n Engel.
Er hielt von Jigger sich am Gängel =
Band grob und bös herumgezerrt
Und fand dies nicht sehr ehrenwert.

Von Egon Stengl man erfährt,
Der Forumsinhalt sei nichts wert.
Statt Worten gleich dem blitzend Schwert
Fiel Schmutz heraus aus seinem Mund
Und Heuler gab dies glänzend kund.

Ein Golftee nur aus Weizenstärke,
Von dofra, wie ich hier vermerke.
Wir sollten testen dieses Werke
Auf Haltbarkeit und Lebensdauer.
Durchs Forum schlich Erwartungsschauer …

Wie wichtig ist die Weltrangliste,
Uns zeigte diese »Bio«-Kiste.
Wer seinen Namen drauf vermisste,
Der war nicht sicher mit dabei
Bei der Golftee-Testerei.

»Die Weltrangliste, Mensch, die spinnt,
Die Ränge durcheinander sind.
Ist Axel Heulers Lieblingskind?«
So fragte loge irgendwann.
Der Weltranglisten-Hype begann.

»Ich teste einen Algorithmus
Weil auch die Lesedauer mit muss.
Denn Quantität führt zu Verdruss
Ist nicht auch Qualität dabei«,
War Heulers Logik einwandfrei.

Ein Rating führte er nun ein
Zu werten alles Golflatein.
Nicht alle fanden’s anfangs fein,
Denn schwer erschloss sich uns das Schema.
Das Rating war ein langes Thema.

»Der Suxi hat Geburtstag heute!«
Gratulierte die ganze Meute.
Ein schöner Brauch, den alle Leute
Seitdem auch gerne weiter pflegen:
Es gibt ein jeder seinen Segen.

»Bin ich Sugger oder Jiganne?«
Fragte den Jigger die Susanne.
»Du bist das ES in mir, dem Manne«,
Sprach Jigger, »und ich bin das ICH,
Den Heuler stell ich ÜBER mICH.«

»Ich möchte ein Glossar einführen,
Um Golfbegriffe aufzuspüren.
Die Erklärung darf gern berühren,
Darf auch zum herzhaft Lachen sein.
Na, wem von Euch fällt da was ein?«

So lud Heuler im Forum ein,
Doch mal interaktiv zu sein.
Es kamen manch’ Beiträge rein,
Vom »Abschlag« bis zum »Yip« sie gehen,
Habt Ihr noch weitere Ideen?

Gewachsen auf des loges Mist
Die Golfclubsuchmaschine ist.
Wer einen Golfclub hier vermisst,
Kann problemlos selbst ihn eingeben;
Auch dies ist interaktiv eben.

Ein Golfer vor Problemen steht,
Wenn er auf fremde Plätze geht.
Doch wüsst’ er, wo der Wind herweht,
Könnt’ er, wie Margot schön fiel ein,
Schaun in die Golfplatzwertung rein.

4 unter Par – war ohne Namen,
Bis Jigger dann hatte Erbarmen.
Aus all den Namen, die da kamen,
Ist einer gewählt ganz speziell,
Es ist: PHÖNIX von HML.

Probleme hatte auch noch Rainer:
Wieso auf Rainers Couch saß keiner?!
Drum schnitt er sich aus Pappe, feiner,
Geschwind ein paar Figuren ‘ran
Und zog, weil sich’s gehört, sie an.

Dies Schicksal Heuler wollt’ nicht teilen;
Mit Pappe wollt’ er nicht verweilen!
So schlug er allen vor zu feilen,
Um eine net-site zu gestalten
Und sie auch selber zu verwalten.

Sebastian durft’ der Erste sein,
Der seine Seite hier stellt rein.
Er tippte seinen Namen ein
Bei Google mitten in die Seite –
Da fand er sich und war der zweite.

Hier sieht man sehr schön Heulers Tick:
Bei Suchmaschinen kriegt er’n Kick.
All sein Streben gilt nur dem Geschick
Bei Google stets die Eins zu sein,
Egal welch Wort man dort tippt rein.

Überhaupt die Pros! Da hört man Sachen,
Die einen furchtbar traurig machen.
Sie haben gar wenig zu lachen,
Stefans sieben Kinder, die Armen!
Ein Ossi-Pro verdient Erbarmen!

Ich rufe hier zu Spenden auf!
Bringt Stefan große Kohlenhauf’!
Ein bisschen Geld für’n Schlägerkauf
Darf gerne auch noch sein dabei:
Das freut den Quirmbach zweifelsfrei.

Dann kam da auch noch Stoewys Frage,
Nein – nicht nach ’ner griechischen Sage.
Nach der Steuerberaterlage
Fragte er unschuldigerweise,
Durchs Forum zog sich Lachen leise.

Was Oberschlund-Ganglien sind
Und wo er die Erklärung find’?
So fragte Heuler drauf geschwind,
Was den Anlass gab, zu parlieren
Über Plattwurm und Intubieren.

Bei eines Plattwurm Nervenknoten
Ist erste Hilfe streng verboten.
Nur ein Arzt kann so Kleines loten,
Weshalb ein jeder Pro sollt tragen
In seinem Bag ’nen Krankenwagen.

Dies war dann zuviel Unsinn doch
Und auch völlig off-topic noch.
Spaß ist gut, zuviel Spaß jedoch
Lässt echte Infos untergehen,
Gab Heuler hierauf zu verstehen.

Ein Platz für Ernst, ein Platz für Spaß,
Für alles gibt’s das rechte Maß.
Drum Heuler Stund um Stunde saß,
Um neu die Foren zu gestalten,
Dass Spaß und Ernst sich Waage halten.

Zur Sucht wurd’ bald die Plauderei,
Wir wollten täglich sein dabei.
Dem Heuler war’s nicht einerlei
Sich diesen Trend mit anzusehn,
Drum kam er gleich mit den Ideen.

»Dass User hier wie Junkies stehn,
Könnt’ mir ja glatt das Herz umdrehn.
Lasst uns ins real life also gehn,
Damit das Leben nicht wird leer.«
Der Mann sprach: »Ein Turnier muß her!«

Im Forum herrschte großer Trubel,
Genau so groß war auch der Jubel.
Gleich wollten alle aus dem Stubel
Hinaus bis an den Fleesensee,
Damit auch keinem was entgeh’.

Wo Feuer ist, ist auch viel Rauch
Das ist von alters her so Brauch.
Viel Vorbereitung braucht es auch,
Ein solch Ereignis durchzuführen:
Der Name war zuerst zu küren!

Ach je! Was war das für ein Suchen,
Man konnt’ beinahe hören Fluchen.
Ein Name ist kein Pustekuchen:
Für dies Turnier noch um so mehr
Sollt schon was ganz Besond’res her.

Zuerst das »Internationale«,
das klang so schön nach grand Finale.
Mit »Grasgolf« kam auch das Banale,
weil Golf man auf dem Gras ja spielt
und Jigger Gras für Haschisch hielt.

»Fleesensee« könnte doch mit rein.
Ach, »Championships« klingt wirklich fein.
»Real Life« fiel jemandem noch ein
Und »Invitational« dazu:
So kamen die Ideen im Nu.

»Official Masters« klingt adrett,
Die Jahreszahl dabei ist nett.
»Punkt.de« macht’s erst komplett,
Denn das muss rein zwecks Marketing;
Der loge weiß, wie läuft solch Ding.

Suxi gab zu »Golfforum« schnell
».de« und »Invitational«.
»2003« dazu speziell –
Und so kam der Name herbei,
Abgekürzt: GFI 03.

In stiller Andacht standen wir
Vor diesem Namen des Turnier’.
Doch kurz nur war die Pause hier,
Gleich ging es mit dem Logo weiter:
Schier unermüdlich warn die Streiter.

»Dies Logo ist für alte Leute.« –
»Jenes dort schon mehr was für heute.«
»Ein Wappen, wenn ich’s richtig deute,
ist gut für Clubs nur, nicht für Foren.«
Das Logo wurd’ noch nicht geboren.

Vorbereitet wird das Turnier
Von Golfern dieses Forums hier.
Der Planer viele haben wir,
Denen vor Arbeit ist nicht bange,
Doch dauert’s noch bis Juni lange.

Viel Zeit muss also noch vergehn,
In der wird einiges geschehn.
Damit ihr alles könnt auch sehn,
Entstand darum hier dies Gedicht:
Es erzählt manch Forumsgeschicht’.

Sie konnten es gar nicht erwarten
Beim Invitational zu starten.
Drum trafen sich sechs Kandidaten
Zum Golfen in Untereschbach
Am Haus mit dem gläsernen Dach.

Sie hatten alles gut besprochen,
Geplant ihr Treffen über Wochen.
Nun schließlich kamen sie gekrochen
Aus allen Winkeln rund um Köln,
Ihr Golf unter Beweis zu stelln.

Früh im Nebel standen die Ritter
Mit Eisen, Holz und Golferflitter.
Schon vor dem Abschlag kam’s Gewitter,
Doch loge reagierte helle:
Er schlug als Opfer Aus zwei Bälle.

Das wirkte gleich: Der Regen stoppte;
Ein Nebelopfer jedoch floppte.
Es nutzte nichts, dass loge toppte,
Es nutzte auch kein wildes Fluchen:
Der Nebel blieb und zwang zum Suchen.

Jiggers und loges Cart voran,
Michel und Rolf folgten sodann.
Weil Hermits fuhr, fing TomBall an
Sich Sorgen um ihr Heil zu machen:
Der Berg schien Hermits zu entfachen.

Der Platz hatte so seine Tücken,
Da fielen auf der Spieler Lücken.
Es musste gar mancher sich bücken,
Um beim Suchen durchs Rough zu gehn:
Nur selten gab’s ein Wiedersehn.

Kein Hindernis konnt’ sie aufhalten,
Bis sie trafen auf vier Gestalten.
Über den Platz die Flüche schallten,
Weil die Gestalten sich nicht eilten
Und mit Zehn-Meter-Schlägen weilten.

Mit schwummrigem Kopf Hermits eilte
Aus der Schenke, in der er weilte.
Seinen Slice er friedlich verteilte,
Bis der Untoten-Flight ihn schreckte
Und er fluchend die Zähne bleckte.

Um Bälle war groß loges Trauer,
Doch war sie nicht von langer Dauer.
An Loch zwölf lag der Flight auf Lauer,
Denn loges Abschlag schien schon drin –
Da ging des Balles Puste hin.

TomBall war wenig zu beneiden:
Er war am Zittern und am Leiden.
Ihm wurd’ beim Cartfahrn furchtbar kalt,
Da mit Kleidung er war behangen,
Als wollt er Schmetterlinge fangen.

Aus der Spur kam Jigger, der Graue:
Ihm wurd’ durch die Untoten flaue.
Obwohl er kannt’ den Platz genaue,
Schien auf Greenkeeper er zu zielen
Und auch die Kühe beinah fielen.

Vorzüglich schwang Michel die Stecken,
Da staunten die andern fünf Recken.
Nur einmal gab’s fast einen Schrecken:
Aus dem Sand man hörte ’nen Knall –
Und vom Baume prallte der Ball.

Über Rolf wurde kaum geschrieben,
Wo sind seine Taten geblieben?
Er knipste, was die andern trieben:
Ihm sind die Fotos zu verdanken,
Um die der Ritter Hymnen ranken.

Die Begründer der Tradition
Zu sein, dies ist der Ritter Lohn.
Der zweite Kreuzzug folgte schon
Im Januar in Bissenmoor:
Die Wikinger nahmen ihn vor.

Der Wikinger-Kreuzzug fand statt
Bei Hamburg, wo das Land ist platt.
Statt Berge gibt’s dort Nasses satt,
Ob Graben oder flacher Teich:
Platz Bissenmoor ist wasserreich.

Es weht ein stetes Lüftchen lau,
Der Ausdruck »Sturm« trifft es genau.
Da wird dann manchem Golfer mau,
Weil sein Ball, scheint’s, am Himmel wartet,
Wenn er ihn hat zu hoch gestartet.

Wikinger dies nicht schrecken kann,
Die trifft bei jedem Wetter man.
So kamen denn auch zwölfe ran,
Den Wikingercup zu erstreiten,
Wenn möglich noch mit tollen Weiten.

Alle wollten ihr Bestes geben,
Um den Wikinger-Helm zu heben.
An diesem Tage galt ihr Streben,
Den Wikinger-Kreuzzug zu ehren
Und so des Forums Ruhm zu mehren.

Es flog sehr schnell von Mund zu Munde:
»Die Wikinger sind auf der Runde!«
So kamen Flights zu jeder Stunde,
Um einen Blick darauf zu wagen,
Wie Wikinger die Bälle schlagen.

DocKlose hatte einen Lauf:
Der Ball flog weit, wenn er schlug drauf.
Während Topper toppte zuhauf,
Roymcavoy sich tapfer schlug,
Und Sally freute jeder Flug.

Golfspieler hob den Helm mit Würde
Und trug gelassen diese Bürde.
Rabbit suxi nahm manche Hürde
Mit Bravour, doch Putten lief toll
Nur bei Matthias und Nicole.

Im letzten Flight startete KAD,
Da diese Pflicht der Hausherr hat.
Earlygolfers Spiel fand meist statt
Im Graben; und Susanne schaute,
Wohin zapper die Bälle haute.

Zeigen wollt’ KAD die schönsten Flecken,
Drum schlug er stets in solche Ecken.
Meist blieb der Ball im Bunker stecken,
Weshalb sein Flight nun, ohne Frage,
Die Bunker kennt aus jeder Lage.

Susanne bot fünf Bälle an,
Dass Njörd den Sturm belegt mit Bann.
Sie rief Odin zu Hilfe dann
Und auch die Binsenweisheit schließlich,
Doch keiner half: Das war verdrießlich.

Early trat meist mit einem Bein
Tief in den Matsch der Gräben rein.
Ob kurz – ob lang, ob schlecht – ob fein,
Sein lakeball hatte nur im Sinn:
»Ich will und will zur Heimat hin!«

Nicht über den Abschlag der Damen
Die Holzschläge von Topper kamen.
Er toppte, zur Ehr’ seines Namen’,
’Nen Ball zweimal, und überwand
Beim dritten Schlag erst Damenland.

Nicole bewies, dass Tees aus Weizen
Nicht müssen den Verbrauch anheizen.
Im Gegenteil, sie war am Geizen,
Weshalb mit einem Biotee
Die 18 Löcher spielte sie.

DocKlose hatte große Not,
Er war mit sich nicht ganz im Lot.
Sein Delta-Muskel ihm verbot,
Beim Schwung die Hände hoch zu kriegen
Drum wollt’ sein Ball als Slice gern fliegen.

In Bissenmoor vergaß jedoch
DocKlose dieses eigne Joch.
Und locker so die 18 Loch
mit 80 Schlägen er bezwang,
was ihm beschert’ den Häuptlingsrang.

Für Netto musste’s Stechen her,
Da herrschte ganz entspanntes Flair.
Zapper und suxi kämpften fair
Beim Putten zum Golfcap mit der Hand:
In suxi sich der Sieger fand.

Es spielten die nordischen Streiter,
Manch Ärger trotzend, tapfer weiter.
Am Ende beschlossen sie heiter:
»Ein zweiter Wiking’-Cup wär fein,
Bei Doc in Bremen soll er sein.«

Nun folgte ein Zug nach dem andern,
Selbst Bajuwaren wollten wandern.
Schnell gingen die Kelten daran dann,
Den Kreuzzug als dritte zu starten:
Noch zwingt der Winter sie zum Warten.

Gespannt hingen des Forums Augen
Am Bildschirm, um sich festzusaugen.
Was würden Cejkas Bälle taugen
Bei der Q-School über sechs Runden?
Die Stunden wurden zu Sekunden.

Wer hätte das jemals gedacht,
Welch Spaß so ’ne Scorekarte macht.
Gemeinsam saßen in der Nacht
Die Forumisten um zu flehen:
»Ins Loch, Alex, den Ball lass gehen!«

Ich mach es kurz, es weiß schon jeder:
Der Alex zog vergnügt vom Leder.
Die Tourkarte brachte die Bäder
Im Geld ihm dies Jahr greifbar nah;
Von Alex man viel Gutes sah.

Der Liebling ist Alex nun heuer,
Entfachte der Neugierde Feuer.
Infos gibt Mighty dem Kreis treuer
Fans, berichtet von jedem Spiel,
Und auch Markus dabei hilft viel.

Des Golfers Lust, das ist die Wette,
Erhofft er doch Gewinne, fette.
»Valderrama« nennt sich die Stätte,
Wo das Volvo Masters stattfand:
Des Golfers Lust rieb sich die Hand.

»Wetten, dass Alex weit vorn ist?
Und noch vor Langer auf der List’?«
Die Wette wuchs auf Freddys Mist,
Und steckte gleich die andern an:
Schnell schoben sie die Scheinchen ran.

Freddy verlor, Langer gewann,
da mussten zahlen alle Mann.
Die Wetter wurden einig dann,
Den Einsatz fürs Turnier zu spenden
Und ihn für Preise zu verwenden.

Welch Golfer hat nicht mal zu leiden
Wegs Grillen mancher Golfer-Heiden?
Der Michel war nicht zu beneiden:
Als er den Ryder-Cup wollt’ sehen,
Konnt’ das fast heimlich nur geschehen.

Beinah fing Michel an zu flehen:
»Lass mich den Ryder-Cup doch sehen!«
Die Liebste konnte nicht verstehen,
Dass Golf er sehn will viele Runden,
Statt ihr zu widmen all die Stunden.

»Steigung und Gefälle« zum dritten,
Da ließ Susanne sich nicht bitten.
Sie klickte »Löschen« in der Mitten –
Schon ging’s ihr durch den Magen quer:
Das Forum »Sonstiges« war leer.

Was war das für ein Wehgeschrei:
Das Forum weg? – Oh, Schreck! – Oh, wei!
Es kam der Patrick gleich herbei,
Und suchte Daten über Stunden,
Doch blieb der »Vormittag« verschwunden.

Kreuzzüge ganz anderer Art
Führt Willi nun seit Jahren hart.
Sein Anliegen hat schon ’nen Bart,
Denn wenn er spricht von »Brutto/Netto«,
Hat seltsam’ Rechnung er in petto.

»Brutto für Netto, stimmt das nicht?«
»Brutto ist doch’s volle Gewicht!«
»Und Netto sich nach Vorgab’ richt’,
Drum der dann nach Schlägen gewinnt,
Bei dem die meisten Punkte sind.«

»Hää?« wird sich mancher hierauf fragen
Und sollte aber nicht verzagen.
Willi wird auch weiterhin klagen,
Dass die Golfwelt falsch stets zählt
Und bei Brutto das Netto fehlt.

Wo viele Menschen sind beisammen
Entstehn aus Worten manchmal Flammen.
Drum sollte der, von dem sie stammen
Sich eingedenk der Macht stets halten,
Die sich durchs Worte kann gestalten.

Damit das Forum Spaß stets macht,
Der Etikette wird gedacht.
So schubst der Heuler manchmal sacht
Den Schreiber hin zu Form und Stil:
Der Leser dankt es gern und viel.

Wo wir dabei nun schon mal sind,
Verrat ich Heulers Sorgenkind.
Die Apostrophe, die er find’,
Vernebeln ihm das Hirn doch glatt:
Wenn er eins sieht, grämt’s Aug sich matt.

Es hat ’nen ähnlichen Effekt,
Wenn Anglizismen er entdeckt.
Er scharrt den Fuß, die Zähn’ er bleckt,
Und vorwärts stürmt er mit Elan,
Erinnert an ’nen wütnen Hahn.

Manchen seine Marotten schocken,
Andren sie ein Lächeln entlocken.
Solang die Gespräche nicht stocken,
Freut Heuler sich an beiden Seiten,
Scheut niemals auch die Schwierigkeiten.

An diesem Punkt sei mal gesagt,
Dass Toleranz hier ist gefragt.
Denn oft und schnell wird gleich geklagt,
Des andern Meinung sei nicht richtig:
Es scheint so nur die eigne wichtig.

Ins Aug manch Zeilen Tränen treiben,
Soll’s Lachen oder Weinen bleiben?
Es zeugt von Phantasie beim Schreiben,
Wie Forums-Golfer immer wieder
Ihre Gedanken legen nieder.

Gar nicht faul ging Heuler voran,
Schuf ’nen kleinen Ascii-Art-Mann.
Da setzten sich gleich viele ran,
Es schöpferisch ihm gleich zu tun,
Benutzten die Fußzeile nun.

Welch Vielfalt bietet solche Zeile,
Sinnt man darüber eine Weile.
Freddy rief Ruhe aus statt Eile
Und lobte die Besinnlichkeit,
Als anstand bald die Weihnachtszeit.

Zitate sind stets sehr beliebt,
Weil dies den Schein von Klugheit gibt.
Der Heuler gerne Filme siebt
Und Stanton nimmt den Herrn der Ringe:
Unendlich schier die Zahl was ginge.

So mancher fällt mir dabei ein,
Der stets hat muntre Sprüchlein fein.
Beliebt ist Weises auf Latein,
Denn es zeigt der Leut’ Gelehrtheit
Und lässt verstummen rasch vor Neid.

Als Jigger hier ins Forum stak,
Da war das wie ein Paukenschlag.
Er prüfte einen ganzen Tag,
Mit vollem Einsatz, ohne Klagen,
Was dran sei denn am späten Schlagen.

So nahm er’s Eisen in der Früh,
Schlug hundert Meter nur mit Müh.
Zwei Pils gingen im Bauch perdu,
Da flog der Ball schon sehr viel weiter,
Auch wurd’ der Jigger spürbar heiter.

Vier weitre Pils, es wurde Nacht,
Mit Ernst die Arbeit Jigger macht.
Auf hundertsechzig er ihn bracht,
Das ist nun wirklich nicht gelogen:
Der Ball flog wie am Band gezogen.

Ein letzter Test sollt’ Aufschluss geben,
Doch wollt’ ein Glas erst Jigger heben.
Um Mitternacht sah man ihn streben,
Mit festem Sinn und schwanknem Gang,
Zur Range, wohin die Forschung zwang.

Beseelt vom Geist der Wissenschaft,
Schlug Jigger zu mit voller Kraft.
Staunend sah er, was er geschafft:
Der Ball verschwand rasch in der Nacht,
Das späte Schlagen ward vollbracht.

Es ist nun langsam an der Zeit,
Zu sprechen über Wirksamkeit.
Der Golfschwung bringt uns manches Leid,
Weil er sich schlicht nicht fügen will
Und sei auch da noch so viel Drill.

Fürs Golfspiel braucht man allerlei,
Was man im Bag dann hat dabei.
Ein Wedge muss sein, oder auch zwei,
Auch Eisen und Hölzer sind richtig,
Und Putter und Bälle ganz wichtig.

Des Golfers Traum ist Pro V 1,
Weil den so gut man spielen kann.
Doch fliegen sieht auch andre man,
Der Bälle gibt es viele Sorten,
Man kann sie finden allerorten.

Den Putter nutzt man nah am Loch,
Das Grün – wie wichtig ist es doch!
Der Anfänger verkennt dies noch:
Wo hundert Meter sind so wichtig
Da scheint ein Meter-Putt doch nichtig.

Das längste Holz ist das Holz 1,
Das schlägt so weit, wie’s sonst kann keins.
Das Holz fällt manchem leichter, scheint’s:
Es schluckt der Golfer seinen Stolz
Und nimmt statt Eisen kurzes Holz.

Dem Golfer größte Schwierigkeiten
Die langen Eisen wohl bereiten.
Zwar kriegt man dadurch große Weiten,
Doch ist’s nicht von der Hand zu weisen,
Dass schwer sich schwingen lange Eisen.

Das Sandwedge ist der kleinste Schläger,
Hier ist die Schlagfläche viel schräger.
Das Sandwedge macht den Sand zum Träger,
Und auf dem Sand der Ball dann reitet,
Weshalb der Schlag nur Freud bereitet.

Ein Pitching-Wedge lässt sich verwenden
Fürs kurze Spiel mit weichen Händen.
Gar mancher konnt’ das Loch beenden
Beim Chippen mit Gefühl zum Ziel,
Wo stracks sein Ball ins Loche fiel.

Zur Ausrüstung hat noch parat
Der Golfer Krimskrams aller Art.
Die Jüngsten schon, vom Alter zart,
Freun sich an der Tasche Gehalt,
Bewundern der Schläger Gestalt.

Im Forum einst wollt Kjoli wissen
Was andre in ihr Bag denn schmissen.
Und alle wahrlich sich drum rissen,
Den Inhalt ihres Bags zu zeigen:
Hierzu die meisten Golfer neigen.

Derart gerüstet steht man dann,
Möchte fangen mit Schlagen an.
Was leicht aussieht, nicht schwer sein kann,
Und mutig greift der Neuling zu:
Den Schwung er lernen will im Nu.

Und nun geschehen meistens Sachen,
Wo Golfern stets vergeht das Lachen.
Was Neuling und Schläger auch machen,
Der Ball fliegt immer grad und weit:
Den Neuling sieht man grinsen breit.

»Ach, ist das leicht!« hört man ihn tönen,
Doch irgendwann vergeht das Höhnen.
Beim Lernen gibt’s nichts zu beschönen,
Und fängt der Neuling an zu denken,
Beginnt er auch den Schwung zu lenken.

Die Lockerheit ist nun dahin,
Der Schwung, das Ziel, die sind im Sinn.
Den Schwung üben, bis er ist drin,
Das ist des Golfers Elexier,
Da schuftet er für wie ein Tier.

Doch wär es so, dass ein Schwung reicht,
Dann wär das Golfspiel gar zu leicht.
Vorm Grün der Schwung dem Kurzspiel weicht,
Da heißt es: pitchen, putten, chippen;
Man sieht Gebete auf den Lippen.

Das Putten ist der leichtste Schlag,
Und doch für viele eine Plag.
Die Haltung mancher schon nicht mag,
Weil übern Ball er’s Aug muss händeln,
Um mit den Schultern dann zu pendeln.

Beim Chippen hackt man häufig Bollen,
Auch wenn gar keine fliegen sollen.
Ganz leicht der Ball als Chip kann rollen:
Gewicht und Händ’ vor’n Ball schön legen,
Und dann nur mit den Armen »fegen«.

Der Pitch im Grund ist gar nicht schwer,
Kommt doch vom vollen Schwung er her.
Gewicht nur hinterm Schläger her,
Denselben halb geschwungen dann:
So kommt man hoch zur Fahne ran.

Recht schwierig ist der volle Schwung,
Weil komplex ist die Bewegung.
Man lernt sie leicht, wenn man ist jung:
Da fängt man einfach an zu schwingen
Und will nicht Perfektion reinbringen.

Den Schwung kann man in Phasen teilen,
Da braucht beim »Aushol’n« man nicht eilen.
Am »Umkehrpunkt« sollt’ kaum man weilen –
Zum »Treffpunkt« dann der »Abschwung« geht
Und man um Halt beim »Durchschwung« fleht.

Das hört sich doch so einfach an,
Warum nur schafft man es nicht dann?
Mit takeaway der Schwung fängt an,
Das ist das Aushol’n bis neun Uhr:
Die »Ebene« muss stimmen nur.

Die Ebenen sind wie drei Scheiben,
Wo Schläger, Arme, Schultern bleiben.
An diesen Linien sich aufreiben
Die Golfer seit des Spiels Beginn,
Weil hier oft sind die Fehler drin.

Wo Hände eine Linie biegen,
Der Ball als Slice kann oft nur fliegen.
»Dorsal« nennt man das Linkshand-Schmiegen,
Wo sich’s Gelenk abknickend beugt,
Was dann das Schlägeröffnen zeugt.

Das Gegenteil nennt man »palmar«:
Gelenk kommt Handfläche zu nah.
Da macht sich dann der Hook nicht rar,
Denn wo der Schläger ist geschlossen,
Kommt gern der Ball rechts-links geschossen.

Zustande kommt das Schläger-»Legen«,
Wo Golfer Rotation nicht pflegen.
Ob wenig Körperdrehung wegen,
Ob gar zuviel der Arm sich dreht:
Am Hochpunkt flach der Schläger steht.

Rotiert der Unterarm nur schwer
Kommt gleich das Schläger-»Kreuzen« her.
Auch wenn der Körper dreht zu sehr,
Findet sich stets dieses Detail:
Der Schläger ist oben zu steil.

Der Slice ist nicht gerne gesehen,
Weil die Bälle nach rechts abdrehen.
Nach links manche Golfer drum stehen,
Um die Rechtskurve auszugleichen,
Doch dadurch die Fehler nicht weichen.

Das späte Schlagen ist ja fein,
Doch zu spät darf es auch nicht sein.
Denn darum stellt der Slice sich ein,
Oder steiler Ebene wegen,
Siehe auch bei »dorsal« und »Legen«.

Vom Hook spricht man, sobald der Ball
Nach links gewaltig fliegt mit Drall.
Ursachen sind in diesem Fall
Oft Kreuzen oder frühes Schlagen,
Auch Hände, die palmar sich wagen.

Erst Start nach links, dann gradeaus –
Solch Ballflug kommt beim »Pull« heraus.
Schultern zu schnell, Arme vorn raus,
Oder ein notorischer Leger –
Da kommt von außen gern der Schläger.

Der »Push« ist das »Pull«-Gegenstück,
Da startet rechts des Golfers Glück.
Von innen kommt der Schwung zurück
Und läuft nach außen weiter fort:
Das »Kreuzen« ist meist Fehler dort.

Ein jeder hat schon mal getoppt
Und fühlte sich da sehr gefoppt.
Statt dass der Ball so richtig ploppt,
Zischt flach er übers Rasengrün –
Ein karger Lohn für all die Mühn.

Vom Toppen gibt es viele Arten,
Man sieht es wie die Bälle starten.
Geschaufelt durch der Hände Warten,
Getoppt von außen und von innen,
Zu spät, zu flach – ist alles drinnen.

Der Grund fürs Toppen, ungelogen,
Liegt einfach in des Schwunges Bogen.
Mal ist der Tiefpunkt vorgezogen,
Mal ist er zu weit links vom Ball
Und mal zu hoch – gibt’s auch den Fall.

Zu fetten Schlägen man sie kürt,
Wird Boden vor dem Ball berührt.
Wenn nicht die Lage dazu führt,
Weil links der Ball liegt viel zu weit,
Gibt’s Gründe vier für dieses Leid.

Beim ersten Grund für fettes Schlagen
Ist oft die Schwungbahn zu beklagen.
Wo Schwünge sich von innen wagen,
Sollte der Schläger sich mehr regen,
Um sich vorm Körper zu bewegen.

Dann gibt’s noch, dass man schaufelt fett,
Auch da ist’s Treffen nicht adrett.
Der Schläger schwingt auf Kurs komplett,
Doch dann er vor die Hände geht,
Weil zu lang rechts der Körper steht.

Schlägt man zu früh zu tief herunter
Gräbt man meist fett den Boden unter.
Und wer’s Ansprechen ändert munter,
Die Hände vor den Ball schiebt stark,
Kürzt den Schwung-Radius zu arg.

Trifft mit des Schlägers Hosel man,
So heißt es »Hallo Socket!« dann.
Mal fängt das Ausholn zu flach an,
Wobei der Körper faul sich dreht,
Mal löst der Handwinkel zu spät.

Ausholn steil, nach hinten zu karg,
Bringt Abschwung steil, nach vorn nur Quark.
So trifft hier meist die Spitze stark,
Weshalb der Trainer lässt viel schlagen
Aus Ball-über-den-Füßen-Lagen.

Die Spitze ruft manchmal: »Attacke!«
Und überholt dann rasch die Hacke.
Hier ist das Schaufeln dann die Macke –
Der Trainer spricht vom frühem Schlagen
Und wird mit Lag den Schüler plagen.

Was Lag ist, wollt ihr gerne wissen?
Das ist des Ballflugs Zauberkissen.
Wenn nicht der Schläger wird gerissen,
Sondern die Trägheit nur genutzt,
Saust leicht der Ball wie weggeputzt.

Des Balls Physik, die muss man loben:
Er reibt sich an der Luft nach oben.
Durch Backspin wird der Ball gehoben,
Im Deutschen heißt das Rückwärtsdrall,
Am Boden wird gebremst der Ball.

Kommt noch zum Rück- der Seitwärtsdrall,
Fliegt als Slice oder Hook der Ball.
Ein Hook besitzt in jedem Fall
Wenig Backspin und rollt drum viel,
Backspin beim Slice hält kurz das Spiel.

Ein Vorwärtsdrall entsteht beim Toppen,
Da rollt der Ball fast ohne Stoppen.
Doch fällt der Ball durch solches Kloppen
Vom Himmel schier zur Erde runter:
Es reibt die Luft den Ball hinunter.

Des Golfers Hirn ist gern am Brüten
Treibt immer wieder viele Blüten.
Ein Beispiel dieser großen Mythen:
»Kopf unten lassen«, heißt’s bescheiden,
Doch half’s noch nie den Top vermeiden.

Der Schädel brummt mir armem Tropf,
Voll Technik hab ich nun den Kopf.
So präpariert pack ich beim Schopf
Die mir gebotne Möglichkeit:
Dem Schlossplatz wähn ich mich bereit.

Da steh ich nun am Abschlag eins
Halt in der Hand ein Holz wie keins.
Von hier ist’s Loch nur kurz, so scheint’s,
Denn ich schau runter auf das Grün
Und von hier oben bin ich kühn.

Flugs her das Tee und drauf den Ball,
Die Richtung stimmt auf jeden Fall.
Die dicke Bertha trifft mit Schall:
Los zischt der Ball, am Sand vorbei,
Nach links stracks in die Wallachei.

Na gut, ins Rough hat’s mich getrieben,
Doch ist der Ball nicht abgeschrieben.
Ein kurzes Eisen nach Belieben,
Das Rough ist, Gott sei dank, sehr seicht
So sind die hundert Meter leicht.

Der Schlag ist gut, der Ball fliegt los,
Nimmt’s Wasserhindernis famos.
Wo fliegt der Ball da hin denn bloß? –
Halt! Stopp! Das Grün ist doch längst da! –
Der Ball kommt auf, dem Grün noch nah.

Okay, die Lage ist bescheiden,
Doch gilt es Panik zu vermeiden.
Im tiefen Rough beginnt mein Leiden,
Ich muss hier raus und rauf aufs Grün,
Da werd ich Quirmbachs Chip bemühn.

Wie war die Technik doch noch gleich:
Haltung wie beim Putt, Griff schön weich?
Des Balls Tieflage macht mich bleich,
Drum knick nach rechts ich ein beim Chippen
Und seh den Ball das Grün rauf wippen.

Doch kann ich fassen kaum mein Glück:
Tot an der Fahne liegt das Stück.
Mein Putter pendelt sacht zurück,
Es fällt der Ball mit Klack! ins Loch,
Das Par gerettet hab ich noch.

Bahn zwei gleicht einer Wüstenei,
Schlag bitte grad, liebes Holz drei.
Oh, Dank, mein Holz, am Sand vorbei
Hast Du den Ball schön fliegen lassen;
Nun brauch ich nur’s E 6 anfassen.

So schwing ich denn das Sechser Eisen,
Und schaff’s, den Ball aufs Grün zu weisen.
10 Meter muss der Ball noch reisen –
Ich hack das Grün, drei fehlen mir,
Doch nervenstark loch ich zur vier.

Par 3 mit Wasser, Sand und Aus,
Die Fahne links gesteckt – oh Graus!
Da heißt’s mit Eisen sechs voraus
Und schön über den Bunker drüber,
Sonst ist – ade! – das Par vorüber.

Ich sehe, wie der Ball abgeht
Und dann nach rechts ins Aus abdreht.
Verdammt! Da hat der Wind geweht,
Denn niemals einen Slice ich schlage,
Das steht doch wohl ganz außer Frage.

Beim dritten Schlag bin ich nun schon,
Jetzt braucht’s volle Konzentration.
Da fliegt der Ball, wie mir zum Hohn,
und rollt ins Loch ganz wunderbar:
Heißa, zum dritten Mal ein Par!

Das vierte ist das schwerste Loch,
Ein Dogleg und Wasser als Joch.
Mit Holz drei lieg ich grade noch
Vorm Bach, der das Fairway zerteilt,
Mein Eisen sechs vors Grün hineilt.

Den Pitch jedoch ich so fett hacke,
Dass grad den Grünrand trifft die K[...].
Das Divot deckt des Fairways Macke –
Und dann geh ich aufs Grün geschwind,
Wo ich ’ne Riesenwelle find.

Von links nach rechts verläuft die Welle,
Das ist des Ärgers große Quelle.
Der erste Putt stoppt an der Delle,
Der zweite rollt weit übers Loch,
Doch stopf ich dann zum Bogey noch.

Den Abschlag auf die Bunker zu,
Mit Eisen acht aufs Grün in Ruh.
Bahn fünf bringt’s Birdie mir im Nu,
Denn leicht der Ball ins Loche fällt
Und meinen Score auf Par mir stellt.

Am sechsten Tee nehm ich’s Holz drei,
Die Angst jedoch folgt mir dabei.
Ist hier der Drive nicht fehlerfrei,
Fliegt gern der Ball ins Rough-Gemeng:
Die Landezone ist sehr eng.

Mein Drive ist grad aber nicht lang,
Da wird vorm zweiten Schlag mir bang.
Ich schwing und seh des Balles Gang:
Im Bunker lieg ich – mir wird schlecht!
Mein Bunkerspiel ist gar nicht recht.

Mein Ball prallt von der Bunkerwand –
Das war nun nicht sehr elegant.
Doch dann der Ball fliegt ganz brilliant
Heraus und in das Loche nieder –
Juchhe! Das ist ein Par schon wieder.

Es juckt mir in der Hände Rücken,
Nach gutem Drive s’Holz fünf zu zücken.
Loch sieben hat am Grün manch Tücken:
Es liegt der große Teich auf Lauer,
Der rieseln lässt Erwartungsschauer.

Trotz Teich den Schlag ich wagen will –
Verfolg des Balles Flugbahn still.
Doch’s Putten lässt mich fluchen schrill,
Denn Eagle und Birdie mir trutzen,
Und ich kann nur die Par-Chance nutzen.

Loch acht, Par 3, das schreckt mich nicht:
Ein Teich vorm Grün? – Ich kenn die Sicht.
E 7 auf das Grün ist Pflicht,
Es folgen zwei solide Putts
Und ich schreib’s Par auf seinen Platz.

Mit Draw fliegt mein Holz drei schön weit,
Da schwingt sich’s Eisen neun befreit.
So bringt Loch neun die Möglichkeit
Auf einen Meter-Birdie-Putt,
Doch fehlt mir eine Drehung glatt.

Die 10 ist ein Par 5 bergauf,
Mein Abschlag folgt dem Bahnverlauf.
Ich lege vor und nehm in Kauf
Den Schlag der resultiert daraus,
Denn Schräglagen sind mir ein Graus.

Ich treff den dritten leider fett,
Und doch ich auf das Grün mich rett’.
Ganz hinten steht die Fahn’ nicht nett,
Denn putten muss ich nun bergauf:
Wie komm ich nur da oben rauf?

Ich hole aus bis fast ans Ohr –
Der Ball soll diesen Berg empor!
Weit hinters Loche putt ich Tor,
Sodass ’nen Drei-Putt mir beschert
Dies Loch und mir das Par verwehrt.

An Tee 11 kann schaun man rundum:
Die Aussicht lässt staunen mich stumm.
Ich muss hier ums Wasser herum
Oder direkt darüber schlagen:
Drüber drive ich ohne Zagen.

Mein Ball nach links ins Rough abweicht,
Das macht den Schlag ins Grün nicht leicht.
Doch hier mein Eisen 9 mir reicht,
Drum schwing ich locker an die Fahne
Und schaff ein Birdie erster Sahne.

Elf Löcher schon, noch immer Par,
Das dünkt mir ehrlich sonderbar.
Doch Zeit zum Denken ist jetzt rar,
Denn schon taucht’s zwölfte vor mir auf
Mit beidseitigem Bachverlauf.

Die große Eiche macht mich bange,
Als ich am Abschlag bin zugange.
Und wahrlich fliegt wie unter Zwange
Mein Ball genau zum Baume hin –
Des Balles Flug stoppt jäh darin.

Da packt mich lähmendes Entsetzen,
Denn nun muss zum Grün ich hetzen.
Nur das Holz sieben kann hier fetzen,
Doch leider reiss ich’s nur herum:
Der blöde Ball, der hookt wie dumm!

Da hab ich aber noch mal Glück,
Puuuh – kurz vorm Wasser stoppt das Stück.
Ganz langsam schwing ich nun zurück,
Will nicht den Ball ins Ziele zwingen,
Will nur den Schläger gut durchschwingen.

Leicht, ganz leicht, fühlt der Schwung sich an,
Schnurgrad ins Grün mein Ball fliegt dann.
Ach, wie einfach Golfen sein kann,
Der Meterputt ist doch zum Schenken –
Doch schaff ich’s nicht, ihn zu versenken.

Ach, je! – Nun, ja, sechs Bahnen noch,
Da kann noch Scratch ich spielen doch.
Grad will ich zum fünfzehnten Loch,
Als ein Rasseln ins Ohr sich windet
Und langsam der Platz vor mir schwindet.

Eins über Par war nur ein Traum?
Oh, jemineh, ich glaub es kaum!
Die Trauer hält sich nicht im Zaum,
Denn zu schön war es doch gewesen
Auf der Scorekarte Par zu lesen.

Da lieg ich nun in meinem Bettchen,
Bin grimmig wie ein kleines Frettchen.
Ich wünscht, ich hätt’ voll Pars mein Blättchen,
Und nicht nur die Erinnerung
An einen supertollen Schwung.

Ich werf ’nen Blick ins Forum rein
Und sehe, ich bin nicht allein.
Ein jeder reißt sich aus ein Bein,
Um endlich einmal so zu spielen
Wie es geziemt der Hände Schwielen.

Und weil das ist doch gar so schwer,
Kommen ins Forum täglich mehr.
Hier ähneln sich die Sorgen sehr:
Ob nun Anfänger oder Pro –
Ein guter Schwung macht alle froh.

Die Nutzer hier sind grundverschieden,
Drum Köpersäfte manchmal sieden.
Ein jeder ist am Reden schmieden
Sobald ums Thema Golf sich dreht:
Stets findet sich ein Hahn der kräht.

Hier gibt es Golfforums-Genießer,
Auch Golf-mit-Hopfentrunk-Begießer.
Es gibt ein paar Rechtschreibungsspießer,
Sowie die Jede-Form-Ablehner
Und dann die Find-ich-gut-Erwähner.

Da gibt’s noch die Regelkundigen,
Sowie die Equipment-Pfundigen.
Sehr nett sind auch die Vollmundigen,
Die bringen’s Forum stets zum Lachen,
Vertreten kraftvoll ihre Sachen.

All diese werd ich nun bald sehen,
Wenn wir am Fleesensee dann stehen.
Jetzt muss ich rasch zum Auto gehen,
Da pack ich meinen Koffer rein;
Wo kann denn nur mein Golfcap sein?

Ach, so viel hab ich zu bedenken,
Such raus mein Zeug aus allen Schränken.
Den Laptop muss ich noch versenken
In den Tiefen meines Mobils,
Denn ich brauch die Daten des Spiels.

Nun muss ich aber endlich los,
Wo sind denn meine Schläger bloß?
Zum GFI geht’s nun famos
Und dies Gedicht leider zuende:
Ich leg zur Ruh die tippend Hände.

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Texter Eberhard Kohlhas