Schillers Glocke

Schillers Glocke war als Golf-Gedicht gedacht, nur war es dem Dichter unangenehm, mit dem elitären Sport in Verbindung gebracht zu werden.

Von Jigger

Fest gestecket in der Erden
Steht das Tee, aus Mais gebrannt.
Heute muß der Abschlag werden.
Frische Bälle, seid zur Hand.
Von der Stirne heiß
Rinnen muß der Schweiß,
Soll der Schlag den Meister loben,
Doch der Segen kommt von oben.
Zum Spiele, daß wir ernst bereiten,
Geziemt sich wohl ein ernstes Wort;
Wenn gute Schläge sie begleiten,
Dann fließt die Runde munter fort.
So laßt uns jetzt mit Fleiß betrachten,
Was durch die schwache Kraft entspringt,
Den schlechten Schlag muß man verachten,
Der viel belacht, drei Meter springt.
Das ist’s ja, was den Menschen zieret,
Und dazu ward ihm der Verstand,
Daß er im innern Herzen spüret,
Was er erschafft mit seiner Hand.

Was in des Bunkers tiefer Grube
Die Hand mit Schlägers Hülfe baut,
In des Clubhaus warmer Stube
Da wird es von uns zeugen laut.

Weiße Kugeln seh ich springen,
Wohl! Die Massen sind im Fluß.
Laßt das Rogh uns schnell durchdringen,
Denn das fördert den Genuß.
Auch von Schmutze rein
Muß der Schläger sein,
Daß vom reinlichen Metalle
Rein und voll der Sweetspot schalle.

Auch des Lebens schönster Abschlag
Endigt mal im tiefen Brei
Mit dem Lobwedge fest im Anschlag
Reißt der schöne Wahn entzwei.
Die Leidenschaft flieht!
Die Liebe muß bleiben,
Der Schläger erglüht,
Den Ball muß er treiben.
Der Golfer muß hinaus
Ins feindliche Leben,
Muß pitchen und streben
Und chippen und schaffen,
Mit eisernen Waffen,
Muß wetten und wagen,
Das Glück zu erjagen.
Da strömet herbei die unendliche Gabe,
Es füllt sich das Hirn mit köstlicher Habe,

Doch mit des Geschickes Mächten
Ist kein ewger Bund zu flechten,
Und das Unglück schreitet schnell.
Wohl! nun kann das Spiel beginnen,
Schrecklich ist der Schlägerbruch.
Doch bevor wir gehen von hinnen,
Betet einen frommen Spruch!

Zischend und in rundem Bogen
Schießt’s mit feuerbraunen Wogen.
Gewaltig ist des Schlages Macht,
Wenn sie der Mensch bezähmt, bewacht,
Doch ob er trifft und was er schafft,
Das dankt er dieser Himmelskraft,
Doch furchtbar wird des Slices Kraft,
Wenn sie der Fessel sich entrafft,
Wehe, wenn sie losgelassen
Wachsend ohne Widerstand
Über volkbelebten Trassen
Fliegt der Ball durchs halbe Land!

1 Kommentar

1 Rena { 03.09.09 at 17:19 }

Ein Gedicht von Schiller für DICH !

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Texter Eberhard Kohlhas