Fundamentals of Hogan

Golftechnik

Hera Lind dicht auf den Fersen, was die Buchproduktion angeht, lautet Leadbetters vorletztes Werk »The fundamentals of Hogan«.

Wir fragen uns: Ist das Buch Geld und unsere Zeit wert? Mit »Faults and fixes« hat uns Leadbetter schon einmal enttäuscht. Als überzeugter Swingbuilder sollte man in seinem Metier bleiben und nicht über etwas schreiben, was man eigentlich grundsätzlich ablehnt – auch nicht, wenn man von seinem Verlag mit Geld dazu gezwungen wird.

Glücklicherweise gleicht »The fundamentals of Hogan« keiner Gottesanbetung. Der Autor warnt den Amateur davor, Hogans schwachen Griff anzuwenden, seine aufrechte Haltung, seine flache Armebene, seinen Reverse-Pivot oder seinen exzessiven Hüfteinsatz im Abschwung. Dafür gebührt ihm unser Respekt. Zusätzlich erfreuen uns die bisher unveröffentlichten Bilder von Anthony Ravielli. Leadbetter schreibt außerdem als erster englischsprachiger Autor etwas Sinnvolles über den Schläger-Lie im Treffmoment: »Bei Eisen sollen die Hände an ihren Ausgangspunkt zurückkehren, und bei Hölzern dürfen sich die Arme im Abschwung mehr strecken und dadurch die Hände höher bringen.«

Nun zur Kritik: Der Leser möge sich anhand der folgenden Zitate und Bilder mit Original-Legenden zuerst sein eigenes Urteil bilden:

Hogans laid-off look increased the likelihood that he would hit a hook

Warum soll das zu einem Hook führen?



Das kann man noch verstehen.


Jetzt wird es schwierig.



Das soll alles aufklären!?

Hogans gelegtes Aussehen, so die korrekte Übersetzung, machte ihn also zum Hook-Gefährdeten. Hätte er das gewusst, wäre es doch einfach für ihn gewesen, den Schläger mehr zu kreuzen und nie wieder zu hooken.

Trotzdem kam er unter der Ebene an den Ball; obwohl sein Finish angeblich beweist, dass er nicht von innen nach außen schwingt. Die Erklärung ist einfach: Er kommt extrem von innen, schwingt dann aber im Treffmoment sofort wieder scharf nach innen und erwirkt damit einen leichten Fade. Das geht weit über meinen Horizont hinaus, muss ich gestehen.

Etwas länger nachdenken muss man auch über den Satz: »Exzessives Überrollen der rechten Hand und des Unterarms ruiniert die Supination der linken Hand« (letztes Bild). Böse Zungen behaupten ja, in der Bibliothek von Leadbetter befände sich kein einziges Anatomie-Handbuch. Trotzdem bin ich froh, das Buch gelesen zu haben. Absoluter Höhepunkt des Werkes ist nämlich ein Diagramm, das Timing auf eine vorher unbekannte Weise definiert. Ich habe es inzwischen in den neuen Lehrbrief 4 des Deutschen Golfverbandes und in das PGA-Unterrichtshandbuch übernommen.

2 Kommentare

1 Michael Schröder { 09.16.11 at 16:10 }

Haben wir Hogan denn schon verstanden? Fast alle heutigen Amateur-Golfer stehen zu eng und sind schlicht nicht in der Lage Lag zu erzeugen. Hogan hatte Lag ohne Ende, also das, was 97 % aller Golfer fehlt. Der schwache Griff und der Ball weit vorne - das ist ein Thema, eines eigenen Buches wert: Flache Divots, lang und gerade, wer wollte die nicht? Reverse-Pivot, so was kennt Hogan auch nicht, dafür aber den “Sprung in den Schwung”!

2 Michael Schröder { 09.16.11 at 17:26 }

John Andrisani, kennst du den? Der hat mit jedem alles über Golf geschrieben und ist daher notwendigerweise die Hure der Golftheorie. Der verkauft Bilder unter Titeln, die nicht zum Inhalt passen, und hat ganz neue Fundamentals bei Hogan gefunden. Wo? In “The Hogan Way”. Das Buch stammt aus 2000 und der Autor meint allen Ernstes, das wir nicht wüssten, mit welcher Geschwindigkeit Hogan geschwungen hätte. Der braucht unbedingt einen Internetzugang! Aber hier noch mal für alle: Rückschwung langsam, Durchschwung schnell, - so schnell die Hüften können!
Als new fundamental gilt ihm zum Beispiel die These, daß Hogan das Griffende an seinem Handballen gespürt hat, den Winkel des Griffendes! Vielleicht sollte ich mir ja den pinky abschneiden lassen, der stört nur bei solche fundamentals!

Aber schöne Zitate!
“No matter how much wrist I put into the swing, no matter how hard I swung or how hard I tried to roll into and through the ball, the face of the club could not close fast enough.” – Powerfade! Mehr will ich nicht, wozu score?

Zu Hogans Geheimnis:
Im selben Buch findet sich auch eine Liste Antworten prominenter Golfer und Golflehrer auf die Frage nach dem Geheimnis von Hogan. Die Antwort von Bob Toski gefällt, da er den Schwung sieht: “It was the way he stabilized the force of the blow with his left arm and hand. Cary Middelcoff hat natürlich auch recht, hat er doch von Hogan gelernt: “… rigth elbow into stomach!”

oder dieses Zitat:
“No one before or since has matched the low drive through the hitting erea with his right hand that was the hallmark of the Hogan swing. He had reached perhaps the nearest any golfer has come to mastery over the ball.”

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Texter Eberhard Kohlhas