Wurden Tourpros besser?

Der Sieges-Score bei den Masters 1994 war identisch mit dem 1939. Aber was bedeutet das?

Paul Chek behauptet in seinem Golfbuch, dass sich das Golfspiel der Tourpros in den letzten 50 Jahren nicht verbessert hat: »The US-Masters was won in 1939 with a winning score of 279. In 1994, fifty years later, the US-Masters was won with the same score«. Daraus folgert er: »Golfers haven’t improved despite technological advances!«

Das ist natürlich Unsinn. Der Scoredurchschnitt ist in den letzten 30 Jahren um etwa 1,12 Schläge gesunken (1986: 71,9, 2001: 70,88). Das hört sich wenig an, entspricht aber auf der US-Tour inzwischen dem Unterschied zwischen Platz 52 und 168, also einem Verdienst von über einer Million Dollar im Gegensatz zu einem sicheren Verlieren der Tourkarte.

Quelle der Grafik

Quelle: www.franklygolf.com

Trotzdem könnte Paul Chek mit seiner Botschaft Recht haben, denn diese Verbesserung ist äußerst gering. Welchen Einfluss haben Equipment und Plätze? Die Plätze sind länger geworden und die Grüns schneller. Aber dafür fliegen die Bälle weiter, der Trampolin-Effekt lässt die Drives länger werden und die Fairwaygeschwindigkeit hat inzwischen die Grüngeschwindigkeit von vor 35 Jahren erreicht (6,5 auf dem Stimpmeter). Das Equipment macht ca. 530 Yards Platzverlängerung wett: 14 × Holz á 25 Yards (Bälle, Trampolin-Effekt, Fairways), 18 × Eisen á 10 Yards (Bälle). Bleiben die schnelleren Grüns, die jedoch auch erheblich treuer geworden sind. Alles in allem gleicht die Verbesserung der Ausrüstung die schwierigeren Plätze nicht ganz aus, aber fast.

Bleibt also eine Verbesserung von gut einem Schlag pro Runde in 30 Jahren. Das entspricht im Übrigen dem Scoreunterschied von Tiger Woods zum Drittplatzieren auf der US-Tour. Meine These lautet daher: Die leistungsbestimmenden Faktoren sind bei weitem noch nicht ausgeschöpft. Im Gegensatz zu Paul Chek sehe ich da jedoch nicht nur die Fitness, sondern auch die Technik und die Psychologie.

1 Kommentar

1 Tobias Dier { 01.15.09 at 20:01 }

Es gibt in jeder Sportart immer wieder diese Vergleiche zwischen den jeweiligen Größen einer Ära - wer war besser, Muhammad Ali oder Wladimir Klitchko, Michael Schumacher oder Juan Manuel Fangio … Diese Fragen werden niemals wirklich zu beantworten sein.
Aber wir können es trotzdem nicht lassen.
aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass sich das Spiel auf höchster Ebene immer weiter verbessert und professionalisiert. Jedes Jahr kommen ein par Jungster über die Qualifying School und teigen den Arrivierten wie altmodisch das ist was sie da treiben.
Nach 6 Monaten auf der European Tour war ich Nr. 3 in Driving Distance mit einem Durchschnitt von 297 yds - 2005 war ich mit 295 yds ca 45ter. Das Spiel hat sich verändert und den so genannten Lay Up gibt es nicht mehr - und das liegt nicht nur am neuen Material. Tiger Woods hat diesen Sport verändert. Jeder halbwegs ambitionierte Jugendliche ist heute wesentlich besser ausgebildet in den gesamten facetten des Spiels, von Fitness über Psychologie bis zu Taktischen und technischen Fähigkeiten.
Vor 30 Jahren war jeder Top-Spieler ein Zufallsprodukt aus eigenem Talent, seinem Willen und einem begünstigendem Umfeld.
Talent und Willen braucht man auch heute noch, aber die Möglichkeiten sich ein Umfeld zu schaffen bzw. ein begünstigendes Vorzufinden sind um ein vielfaches höher.
Das nennt man Evolution - das menschlice Potential bewegt sich langsam aber sicher in eine Richtung - und die ist vorwärts.
Wir müssen nur sehen, dass wir hier in Deutschland das alles nicht verschlafen und in 10 Jahren feststellen, dass wir immer noch nur 3 Spieler auf der European Tour haben.

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Texter Eberhard Kohlhas