Was bringt Video?

Beim Scientific Congress of Golf wurde eine Studie vorgestellt, die Auskunft darüber gibt, ob Golf-Unterricht mit Video-Unterstützung effektiver ist.

Übersetzt von Roland Becker

Beim World Scientific Congress of Golf hat M. Guagnoli die Ergebnisse seiner Studie zum Videofeedback im Golfunterricht vorgestellt: 30 Spieler mit Handicaps zwischen 7 und 16 wurden zufällig in drei Gruppen zu je zehn Spielern eingeteilt. Die Spieler aller Gruppen hatten innerhalb von zwei Wochen vier Trainingseinheiten zu je 90 Minuten zu absolvieren. Darüber hinaus sollten die Spieler weder trainieren noch spielen.

Die Gruppen:
Gruppe 1 bekam während der Trainingseinheiten keinen Unterricht. Die Spieler sollten einfach ihr normales Trainingsprogramm absolvieren, wozu ihnen beliebig viele Bälle zur Verfügung standen.
Gruppe 2 bekam während der Trainingseinheiten traditionellen Golfunterricht (verbale Instruktion).
Gruppe 3 bekam ebenfalls Golfunterricht, allerdings wurde zusätzlich mit Video gearbeitet.

Die Spieler wurden alle von M. Davis, dem englischen Teacher of the Year betreut und wussten nichts von den anderen Gruppen.

Der Test:
Die Leistung der Spieler wurde insgesamt dreimal getestet: Vor den vier Trainingseinheiten, nach den vier Einheiten und noch einmal zwei Wochen später. Hierzu wurden insgesamt 15 Schläge von der Matte gespielt und deren Länge, Richtungsabweichung und deren Accuracy Distance (AD) errechnet.
AD = Gesamtlänge – Richtungsabweichung

Das Ergebnis:
Die Ergebnisse waren zunächst verblüffend. Die Präzision und die Länge der Schläge wurden bei beiden Gruppen, die Unterricht erhielten, schlechter. Die Schläge wurden kürzer, unkonstanter in Richtung und Länge wobei sich der videogestützte Unterricht und der traditioneller Unterricht kaum unterschieden. In der Vergleichsgruppe hatte sich nichts verändert.

Guandagnioli gab sich mit diesen frustrierenden Ergebnissen nicht zufrieden und testete die Gruppe nach zwei weiteren Wochen noch mal und da ergaben sich völlig andere Ergebnisse. Die Schläge der beiden unterrichteten Gruppen waren deutlich länger (Durchschnittlich 10-15 Yards) und auch präziser (durschnittliche Abweichung von 12 auf 6 Yards gesunken). Wobei vor allem in der Länge die Videogruppe deutlich besser abschnitt als die
Traditionell unterrichtete Gruppe.

Quelle: Science & Golf IV S.178-191

In einer weiteren Studie hat Guadagnoli versucht herauszufinden, welche Art des Feedbacks am effektivsten ist. Er hat nur mündliches Feedback (traditionellen Golfunterricht ohne Video), Videofeedback und die Kombination von mündlichem und Video verglichen.
Der Versuchsaufbau war ähnlich wie in der oben beschriebenen Studie. 45 Personen (Hcp 21-36) wurden in drei Gruppen eingeteilt und hatten insgesamt vier Trainingseinheiten zu je 30 Minuten. Das gesamte Training fand in einer Halle statt und die Bälle wurden in ein Netz geschlagen. Vor der ersten Trainingseinheit hat er allen Spielern ein Video über die Grundlagen des Golfschwungs gezeigt. Vorher und hinterher wurde die Qualität ihrer Schläge mit dem oben beschriebenen Test überprüft. Hierbei zeigte sich, dass der Unterricht mit mündlichem Feedback und Video am effektivsten war, Video alleine war etwas weniger effektiv und ausschließlich mündliches Feedback brachte deutlich weniger Verbesserung in der Schlaglänge. Was die Präzision der Schläge anging, so hatten alle drei Gruppen kaum Verbesserungen gemacht.

Quelle: Patrick R Thomas: Optimising Performance in Golf

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Texter Eberhard Kohlhas