Driven oder Putten?

Was ist wichtiger für den Score: langes oder kurzes Spiel? Eine Studie aus »Golf and Science« beantwortet diese Frage eindeutig.

Statistiken von Durchschnittsgolfern

In dem Artikel »Statistical analysis of the average golfer« aus »Science and Golf« von Alastair Cochran wurde eine umfangreiche Untersuchung der Scores von Amateuren durchgeführt. Dabei wurde der statistische Zusammenhang zwischen verschiedenen Parametern und dem Score ermittelt. Hier das Ergebnis:

Getroffene Grüns*: 0.93
Die Fähigkeit, den Ball weit zu schlagen: 0.64
Zahl der schlecht getroffenen Schläge: 0.63
Quote der Grüntreffer mit Eisenschlägen: 0.54
Zahl der Putts auf den getroffenen Grüns: 0.54

(Zahlen über 0.5 deuten auf einen starken Zusammenhang, 1.0 hieße 100%ige Übereinstimmung.)

Alle Parameter sind offensichtlich stark mit dem Score verknüpft, aber die 0.93 im Zusammenhang mit getroffenen Grüns stechen hervor. Wenn man also die Zahl der getroffenen Grüns eines Golfers kennt, kann man fast mit absoluter Präzision auf dessen Durchschnittsscore schließen. Putten ist – im Gegensatz zu der verbreiteten Meinung – nicht der wichtigste Faktor.
Die Fähigkeit, den Ball weit zu schlagen, ist der zweitwichtigste Faktor. Die in der Studie durch Regression ermittelte Formel lautet: Mit jeden 10 Extra-Yards (9,15 Meter) spart man einen Schlag. Jedes zusätzlich getroffene Grün hingegen spart zwei Schläge. Das eine Grün selber spart natürlich nicht zwei Schläge, aber wenn man das lange Spiel so verbessert, dass man im Mittel ein weiteres Grün trifft, werden auch die Entfernungen zur Fahne an den verfehlten Grüns so viel geringer, dass sich ein Vorteil von zwei Schlägen ergibt. Nach dieser Untersuchung kann man daher sagen: Wer 3 Grüns trifft spielt unter 90, wer 8 Grüns trifft spielt unter 80 und wer 13 Grüns trifft spielt unter 70.

Score und Grüns
Tabelle aus Science and Golf 1 Zusammenhang zwischen Score und getroffenen Grüns

 
Hierzu eine interessante aktuelle Statistik:
Tiger Woods hat in dieser Saison im Mittel 13,2 Grüns getroffen und einen Scoredurchschnitt von 68,5 Schlägen. Vijay Singh (der zweitbeste beim Grünstreffen) traf 12,9 Grüns und Fred Funk (der drittbeste) schon nur noch 12,2 Grüns, also ein ganzes Grün weniger und sein Scoredurchschnitt lag bei 69,9 Schlägen. Tiger Woods, der angeblich auch so gut puttet, wenn man den TV-Kommentatoren glaubt, ist zurzeit auf Platz 136 beim Putten auf den getroffenen Grüns und auf Platz 181 bei den Putts/Runde. Jeweils 200 Spieler werden in diesen Statistiken geführt.

* Von einem getroffenen Grün (engl. Green in Regulation oder GIR) spricht man, wenn der Ball in zwei Schlägen unter Par auf dem Grün liegt. An einem Par-4-Loch muss der Ball also nach zwei Schlägen auf dem Grün liegen, an einem Par 3 nach einem und an einem Par 5 nach dreien.

2 Kommentare

1 Juls { 07.17.09 at 12:05 }

Wow, guter Artikel! Werd ich mir merken!

Hcp: +0,1

Gruß, jul

2 Norbert Voßiek { 11.15.10 at 22:52 }

Hallo,

In http://www.golfkurse.com/golftechnik.htm werden sinngemäße Ergebnisse vorgestellt.

Hier möchte ich eine einfache Eselsbrücke hinzufügen:

Kann ein zu kurzer Golfer ein Scratch-Golfer werden? Wohl kaum. Die Begründung ist: es wird ihm einfach nicht gelingen, regelmäßig aus 20-100 m Entfernung so dicht an der Fahne zu liegen um mit einem Putt einzulochen. Birdies sind sogar praktisch völlig ausgeschlossen.

Umgekehrt ist ein langer Golfer in der glücklichen Situation, häufiger “in regulation” das Grün zu erreichen (einige Leute sagen ja, dass genau das direkt mit dem HCP korreliert). Dann kann er leichter mit zwei Schlägen einlochen, immerhin ab und an auch mit einem Schlag, was dann schlechte andere Schläge kompensieren könnte.

Kommentar verfassen

Schrift kleiner Schrift Standard Schrift gr��er

Fitting bei Mike McFadden

 

 

 

 

Die DVDs von Oliver Heuler:

 

Golfvideos von Oliver Heuler

 

Texter Eberhard Kohlhas